afternoon tea the george hamburg
RoyalTEA Hamburg

Mit einem Schuss Champagner – RoyalTEA Hamburg: The George

Die Möglichkeiten, eine britische Tea Time in Hamburg zu genießen, sind recht vielfältig. Die meisten der großen Hotels bieten Afternoon Tea an und dann gibt es noch kleine Cafés und Teehäuser, in denen ebenfalls Cream Tea in verschiedensten Variationen genossen werden kann. Jana von NOM NOMS und ich haben uns vorgenommen, uns langsam an die ganz großen Fische heran zu pirschen. Denn genau so vielfältig sind auch die Preise, die sich zwischen 10,- und 55,- EURO bewegen.

Die Entscheidung für den Start unserer RoyalTEA Tasting Tour durch Hamburg fiel letztendlich auf das The George, ein echt schickes Hotel im Viertel St. Georg. Im Blog des Hotels wird die Tea Time wie folgt beworben:

Britsche Traditionen im Hamburger Design-Hotel an der Alster: Hier wird sehr stylisch der Afternoon Tea zelebriert

Klingt super, fanden wir; schmeckt hoffentlich auch super, war unsere Erwartungshaltung. Was die Tea Time alles so drauf hat, kann man in diesem PDF nachlesen.

21,- EURO sind für Scones, Tiramisù, Tramezzini, Taggiasche Oliven, Crème Brulée, Marmelade, Clotted Cream und in Schoko getauchte Früchte zu entlöhnen, der Afternoon Tea wird in der DaCaio Bar serviert und man sollte auf jeden Fall reservieren, da – laut Kellner – jede Tea Time mit einer gewissen Vorbereitung verbunden ist. Für 33,- EURO bekommt man ein Glas Champagner und für 35,- EURO ein Glas Rosé Champagner dazu, was wir bei unserer ersten Runde allerdings nicht mitbestellen wollten.

Wir wurden sehr angenehm in Empfang genommen und gleich an einen gemütlich wirkenden Platz mit indisch anmutendem Couchtisch und bequemen Sofas geleitet. Die Einrichtung der Bar vermittelt mit dunklen Ledermöbeln, vielen Kissen, Decken und urigen Dekoelementen Kaminzimmerambiente sowie gediegene Behaglichkeit. Große Fotografien von Filmstars bringen den Touch Moderne, der laut Homepage den Charm des Hotels ausmacht.

Zweimal klassischen Afternoon Tea, bitte! Ach ja und einmal vegetarisch für Jana, was uns glücklicherweise kurz nach unserer Bestellung noch einfiel nachzuordern. Die Zubereitung der Etageren nahm dann ein wenig Zeit in Anspruch und da der Kellner sich bei unserer Tee Bestellung ein wenig vertüdelt hat und noch einmal nachfragen kam, ob wir denn auch wirklich beide den English Caramel Tee bestellt hätten, gab es – lecker, lecker! – ein kleines Probiergläschen Champagner oben drauf. Also doch noch etwas Prickelndes, das mir tatsächlich sehr gut gemundet hat, so dass ich es beim nächsten Mal glatt mitbestellen würde.

Der Tee, aromatisierter Schwarztee mit Caramelnote, wurde in Kännchen serviert, die für meinen Geschmack ebenfalls etwas größer hätten ausfallen können, und schmeckte mit Milch und Zucker sehr lecker. Insgesamt hat die Teeauswahl einen guten Eindruck gemacht, da neben Schwarztees auch Grüntees sowie Früchte- und Roibosch-Tees angeboten wurden (auch wenn letztere streng genommen ja gar keine Tees sind).

Hier die Bestandsaufnahme der Etagere:

Das Herzfhafte zu unterst waren neben Oliven – die ich zugegebenermaßen ein wenig unpassend bei einer Tea Time, aber nichtsdestotrotz lecker fand – die Tramezinni, kantenlose Sandwiches, in meinem Fall belegt mit Lachs und Meerrettich sowie luftgetrocknetem Schinken und in Janas Fall mit Käse sowie eingelegter Paprika und Frischkäse. Sehr lecker, wenn auch nicht wirklich klassisch, da ich ein wenig die Gurkensandwiches vermisst habe.

Süß ging es weiter mit der Crème Brulée und dem Tiramisù, was ebenfalls sehr lecker und in kleinen Schälchen auch nicht zu füllig war. Aber auch hier fehlte mir ein wenig das Gefühl der klassischen Tea Time.

Kommen wir daher zum Herzstück, den Scones mit Clotted Cream und Marmelade, die in meinen Augen das ausschlaggebener Kriterium für eine gelungene oder eben weniger gelungene Tea Time darstellen. Bei der Marmelade handelte es sich um süße Orangenmarmelade, also very british, aber aufgrund der Süße auch für Menschen wie mich, die nicht so auf bitter stehen, geeignet. An der Clotted Cream gab es außer der Menge nichts zu beanstanden, denn es wurde nicht, wie das leider manchmal der Fall ist, Frischkäse oder ähnliches serviert. Allerdings bin ich kein Freund davon, damit zu geizen und es hätte ruhig ein kleines bisschen mehr sein können. Die Scones selbst waren plain, also ohne Schnickschnack wie Rosinen, was ich hier ebenfalls als Pluspunkt werte. Der Teig war fluffig, aber gleichzeitig schwer, wie es sich für echte Scones gehört.

Die schokolierten Früchte waren ein wirklich süßes Goodie oben drauf und ergänzten den Afternoon Tea perfekt.

Fazit: Fürs schicke Ambiente, einen wirklich tollen Service sowie den Afternoon Tea selbst lohnt sich der Besuch im The George allemal, wenn man bereit ist, „nur“ für einen Nachmittgssnack über 20,- EURO hinzublättern. Die Menge ist allerdings so außreichend, dass der Afternoon Tea für mich als Ersatz für das Mittag diente, was den Preis dann schon wieder rechtfertigt – zumindest in einer Stadt wie Hamburg.

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Bis dahin: Keep calm and drink tea.

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