Sake im Izakaya
Kulinarisch um die Welt

Hoch die Tassen! Ins Izakaya in Yokohama

In Japan zu genießen ist echt einfach. Obwohl man mit Englisch nicht weit kommt, ist es als Ausländer erstaunlich unkompliziert, auf der Suche nach gutem Essen fündig zu werden. So ziemlich jedes Restaurant, von einfach bis nobel, verfügt über eine Auslage beim Eingang, in der man in aller Ruhe sämtliche angebotenen Gerichte in Plastikform begutachten und seine Auswahl treffen kann. Auch ohne jegliche Japanischkenntnisse bleiben einem Touristen somit japanische Gerichte wie Ramen, Yakisoba, Okonomiyaki, Gyoza und natürlich Sushi nicht verwehrt und man kann sich munter und problemlos durch die kulinarischen Köstlichkeiten Japan schlemmen.

Dennoch gibt es Orte, die man ohne die Unterstützung von Japanern im Allgemeinen nicht besucht. Dazu gehören sehr traditionelle Onsen, öffentliche heiße Bäder, in denen man als Ausländer immer noch misstrauisch und mit Argusaugen beäugt wird, sowie typische, japanische Kneipen, die Izakayas, worüber ich hier berichten möchte.

Laut Wikipedia handelt es sich beim Izakaya um den beliebtesten Gastronomiebetrieb Japans, was ich nur allzu gerne unterschreiben möchte. Im Izakaya trifft man sich nach Feierabend mit Kollegen oder Freunden, sie sind häufig winzig, echt gemütlich und die Bar ist gleichzeitig die Küche, womit man dem Personal direkt bei der Zubereitung der Drinks und Speisen zuschauen kann. Bei meinem letzten Japanbesuch in 2015 nahm mich eine ehemalige Kollegin zum Abschluss meines Aufenthalts in Yokohama in meiner alten Wohngegend mit in ihre Stammkneipe, die ich zugegebenermaßen alleine nie gefunden, geschweige denn betreten hätte. Dort gibt es keine Auslage mit Plastikgerichten, die Speisekarte ist handgeschrieben, nur auf japanisch und vermutlich wechselt sie relativ häufig auf Basis der regionalen Zutaten. Eine Getränkekarte gibt es in der Regel gar nicht. Wenn man flexibel ist, muss man aber auch als Ausländer in einem Izayaka nicht verhungern – ein Blick in die Runde und auf die Teller in direktem Umfeld geben einen guten Überblick das Speiseangebot. Und ein Bier zu bestellen funktioniert auch meistens ohne Probleme.

japanische Käseplatte

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Das Schöne in Japan am gemeinsamen um-die-Häuser-ziehen ist, dass Trinken eigentlich immer auch mit Essen verbunden ist. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man sich gerne auch mal nur auf ein Bier oder einen Cocktail verabredet und höchstens ein paar Nüsschen oder Salzstangen dazu gereicht werden, bestellt man im Izakaya verschiedene kulinarische Kleinigkeiten, die immer frisch zubereitet werden. Und obwohl ich wahrlich kein Sake Fan bin, habe ich es mir an diesem Abend nicht nehmen lassen, ein paar Gläschen zu trinken. Wir durften vorab sogar ein paar Sakesorten austesten, bevor wir uns für eine entschieden hatten. Zum Fischcarpaccio auf Salat oder den gegrillten Shitakepilzen mit Soyasoße schmeckt auch ein sonst recht bitterer Sake ganz hervorragend. Ein weiteres Highlight für mich war die Sashimivariation, die wir am Ende unseres Abends dann noch in einer Probiergröße bekamen, denn wir waren eigentlich schon satt. Die gemütliche, fast schon familiäre Atmosphäre war unheimlich angenehm und auch wenn ich kein Wort verstehen konnte fand ich es echt sympathisch, dass meine japanische Bekannte immer wieder mit den Angestellten in freundschaftlichem Plauderton ein paar Worte gewechselt hat.

Sake und Fisch Carpaccio

Sashimi im Izakaya

Bei meinem nächsten Japanbesuch möchte ich auf jeden Fall wieder in einem Izakaya einkehren, auch ohne japanische Begleitung und ich kann dies jedem Japanurlauber auch nur wärmstens ans Herz legen, auch wenn es aufgrund der Sprachbarriere ein wenig Überwindung kostet. Im Izakaya findet man ein Stückchen echtes Japan fern vom Tourismus und das ist den Umstand alle Mal wert.

Das Izakaya in Yokohama heißt übrigens Jyokiya und befindet sich fußläufig zum Bahnhof Sakuragicho.

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Und bis zum nächsten Post: Ganbatte ne!

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